Kirche und Arbeitswelt • Cerkev in svet dela

Besuch von handwerklichen und landwirtschaftlichen Betrieben im Rahmen der Firmungsvorbereitung in der Pfarre Schwabegg- Žvabek

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In der letzten Sitzung des Pfarrgemeinderates, am 31.10.2018, wurden die Pfarrgemeinderäte eingeladen, Ihre Vorschläge und Ideen für die heurige Firmungsvorbereitung einzubringen. Dabei wurde die Idee geboren, neben der inhaltlichen Vorbereitung der Jugendlichen, diese auch mit der Arbeitswelt vor Ort vertraut zu machen. Sogleich erklärten sich einige Pfarrgemeinderäte bereit, die Jugendlichen durch ihre Betriebe zu führen.
Am Freitag, den 1. März 2019, war es nun soweit. 7 Firmungskandidaten - ein weiterer befand sich auf Schulschikurs - fanden sich um 15:00 Uhr bei der Tischlerei Martin Messner in Schwabegg-Žvabek ein. Weitere Stationen waren die Schlosserei vom Pfarrgemeinderatsobmann Josef Micheu in Schwabegg-Žvabek und die Landwirtschaft mit Fleischerei des Ehepaares Stefanie und Franz Hirm in Krottendorf-Gornja vas. Wir befragten die beiden Firmungskandidaten Vanessa Breitenegger und Simon Jammer zu Ihren Eindrücken: 

Vanessa:
Herr Martin Messner hat bei der Tischlerei Wuntschek in Einersdorf die Lehre zum Tischler gemacht. Dann war er für ein Möbelhaus als Montagetischler unterwegs, weitere Jahre arbeitete er in einer Zimmerei, bis er sich vor 15 Jahren selbstständig gemacht hat.
Als Einmannbetrieb hat er bei sich zu Hause eine geräumige Werkstatt ausgebaut und hat dort alle Geräte stehen, die er als Bau- und Möbeltischler so braucht. Mir gefiel vor allem die Bandschleifmaschine sehr, wo aus einem rauhen Holzstück ein glattes Brett geworden ist. In der NMS Lavamünd haben wir bei der Ausschreibung „Blühendes Lavanttal“ teilgenommen, in dem wir nun Vogelnistplätze aus Holz bauen werden. Ich freue mich schon sehr darauf.

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Simon:
Herr Messner hat sich auf unseren Besuch gut vorbereitet. Er hat von seinem Werdegang und von seiner Arbeit erzählt. Besonders gefallen hat mir, dass er auch uns Firmlinge eingebunden hat. 
So mussten wir anhand von verschiedenen Brettern die verschiedenen Holzarten erraten. Besonders gefallen hat mir, dass er auch schon fast fertige Jausenbretter vorbereitet hat, an denen wir nur noch mit Schleifpapier die Kanten abschleifen mussten und dann als Erinnerungsstück mitnehmen konnten. 
Herr Messner arbeitet in Unterschied zu den Möbelhäusern überwiegend mit Massivholz und die Werkstücke werden stets nach den Wünschen der Kunden und nach Maß angefertigt. Für Fenster und Türen verwendet er vor allem Fichtenholz, für Möbelstücke wird Nuss-, Eichen- oder Kirschenholz genommen. Die Bretter werden der Länge nach in dünnere Bretter geschnitten und dann abwechselnd in der Maserung wieder zusammengeklebt, so dass sie schön gerade bleiben und sich nicht verbiegen, denn das Brett stammt ja von einem runden Baum. Die Buchhaltung macht seine Lebensgefährtin Irene; fertigen, montieren und kassieren tut er selber. 
Ich selber mache in der NMS Bleiburg-Pliberk im Werken gerade ein Auto aus Holz. Auch zu Hause muss ich beim Holzmachen immer wieder kräftig anpacken, das Pech von Kiefern und Fichten pickt da meist sehr.

Nach einer kurzen Bewirtung mit Krapfen, Schaumtüten und Saft in der Tischlerei Messner ging es weiter zur Schlosserei Josef Micheu.

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Simon:
Herr Micheu hat in einem ehemaligen Stallgebäude mit vielen Um- und Zubauten einen eigenen Schlossereibetrieb mitten in Schwabegg-
Žvabek errichtet. Die Liebe zur Metallverarbeitung hat er durch seinen Vater erhalten, der neben seiner kleinen Landwirtschaft fast alle handwerklichen Arbeiten selbst beherrschte. Mit 15 Jahren begann er die Schlosserlehre in der Schlosserei Kurnik in Bleiburg-Pliberk, die er später nach den plötzlichen Tod des Besitzers auch eine zeitlang führte. Mitunter hat auch mein Vater Bernhard beim ihm das Schlosserhandwerk gelernt. Vor bald 20 Jahren machte er sich als Ein-, zeitweise auch als Zweimannbetrieb, selbstständig. Dies hätte ich schon viel füher tun sollen, meinte er.
Herr Micheu zeigte uns Maschinen, mit denen Bleche und Eisen gebogen, ausgestanzt oder geschnitten werden können. Er arbeitet vor allem mit Eisen und mit Alu. Da die Werstücke oft schwer sind, hat er auch einen eigenen Gabelstapler in seiner Werkstatt stehen, der auf Gas betrieben wird. Er arbeitet mit drei Schweißgeräten je nach Metallart, die eine Hitze bis zu 1200 Grad Celsius erreichen können. Um nicht verblitzt zu werden (mein Vater sprach von Sandmännchen in der Nacht, die dir den Schlaf rauben), muss er einen Schutzhelm mit Augenschutz tragen.

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Vanessa:
Mir haben die groß ausgedruckten Fotos von den schönen Häusern gefallen, an denen Herr Micheu Geländer, Stiegen, Balkone, Beschattungssysteme uvam. errichtet hat. Ich möchte auch so ein Haus haben. Herr Micheu meinte, „je komplizierter die Aufträge sind, desto lieber arbeitet er daran“. Er hat auch schöne schmiedeiserne Tore für Kirchen gemacht, die so groß waren, dass sie seine ganze Werkstatt belegten.
Er arbeitet mit drei Architekten zusammen, die ihn mit solchen Spezialaufträgen betrauen. In seinem Büro oberhalb der Werkstatt hat er uns z. B. die Pläne der neuen Zuschauertribüne in der JUFA-Arena in Bleiburg-Pliberk gezeigt. Mein Vater Thomas würde sich damit auskennen, denn er arbeitet als technischer Bauzeichner. Mein Berufswunsch ist Kindergärtnerin oder Kinderärztin, denn ich möchte mit Kindern arbeiten.

Die Zeit verging wie in Nu, deshalb packten sich die Firmlinge wieder in die Autos des Herrn Pfarrers und des Herrn Pfarrgemeinderatsobmanns und fuhren zur Landwirtschaft Stefanie und Franz Hirm vlg. Šuver, um sich dort eine Fleischerei anzuschauen.

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Simon:
Mir hat der Stall mit den vielen Schweinen sehr gefallen. In einem Teil des Stalles sind ganz süße Ferkel zu sehen, die gerade auf die Welt gekommen sind. Die Saumutter ist aber vorübergehend in einem Käfig eingesperrt, so dass die kleinen Ferkel nicht von ihr erdrückt werden. Im Stall stinkt es natürlich und die Luft ist sehr stickig. 
Das Getreide für die Fütterung wird auf den eigenen Feldern angebaut. Die Schweine haben einen ganz eigenen Ernährungsplan einzuhalten, so dass sie in drei Monaten ausgewachsen und damit schlachtreif sind. In der Woche schlachtet Herr Hirm 6 bis 7 Schweine, die Rinder kauft er von umliegenden Bauern zu. Im Schlachtraum sahen wir eine Rinderhälfte im Kühlraum hängen, die mit einem eigenen Förderband gehoben und dorthin transportiert worden ist, das von Herrn Micheu eingebaut worden ist. 
Herr Hirm hat schon mit jungen Jahren die Fleischerlehre in Eberndorf-Dobrla vas begonnen und arbeitete viele Jahre in seinem Lehrbetrieb, bis er vor 20 Jahren mit seinem eigenen Betrieb selbstständig geworden ist. Aber heute sind Fleischer nur noch sehr schwer zu finden, es gibt kaum noch Ausbildungsplätze. Auch bei uns zu Hause wird immer wieder ein Schwein geschlachtet, das wir im Stall aufziehen. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, einmal als Fleischer oder als Schlosser zu arbeiten, der dann die ganze Einrichtung für den Schlachtraum selber bauen kann.

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Vanessa:
Ich kann keine toten Tiere sehen. Diese tun mir so leid, wenn sie dann mit einer Stromzange betäubt werden und ihnen der Hals durchgeschnitten wird, so dass das Blut ausrinnen kann. In einer eigenen Maschine werden dann die Schweine enthaart. Wir sahen, wie Herr Hirm schon für die Osterjause der Leute den Schinken, die Würste, die Rinderzunge uvam. vorbereitete. In einem eigenen Zimmer oberhalb des Stalls, wo früher Herr Hirm als Kind mit seinen Geschwistern geschlafen hat, hat er eine Selchkammer eingerichtet, in der die Würste und Fleischstücke in Reih und Glied hängen. Wohlriechender Duft von Geräuchertem steigt da einem angenehm in die Nase. 
Seine Frau Stefanie hilft ihm beim Abpacken. Sie führt mit ihrer Schwester auch das Geschäft in Ruden, wo die Leute gerne einkaufen gehen. Vor allem die Kinder von der nahen Volksschule kaufen dort gerne ein. Sehr gefallen hat mir auch das Holzhaus mit den vielen Jagdtrophäen des Hausbesitzers, denn Herr Hirm ist auch ein leidenschaftlicher Jäger. So ein Holzhaus möchte ich auch einmal haben, denn darin ist es sehr gemütlich und heimelig.

Nach einer stärkenden Jause im Holzhaus der Familie Hirm vlg. Šuver, sind die Firmungskandidaten mit vielen reichen Eindrücken, die hier zusammengetragen worden sind, wieder nach Hause gebracht worden. Firmung heißt auch Erwachsenwerden. Vielleicht hat sich bei dem einen oder der anderen schon die Frage gestelllt, was er oder sie einmal werden möchte? Die jungen Leute hörten mit großem Interesse zu und man sah, dass die Betriebsführer sichtliche Freude daran hatten, der jungen Generation ihren Beruf bzw. ihren Betrieb vorzustellen. Darin wird auch ihre Verbundenheit mit der Pfarre, mit der Kirche vor Ort, zum Ausdruck gebracht.

Cerkev in svet dela
Obisk rokodelskih in kmetijskih obratov v župniji Žvabek v okviru birmanske priprave

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Prvič sploh, so letošnji birmanci mogli spoznati dva rokodelska ter kmetijsko-mesarki obrat v župniji Žvabek. Pri zadnji seji župnijskega sveta, dne 31. oktobra 2018, se je porodila zlata ideja, če bi mladim pokazali tudi svet dela naših župnijskih svetnikov. Vsi so bili z velikim veseljem pri stvari, tako mladi, ki se niso mogli načuditi, kako raznoliko je delo, ter odrasli, ki so z vidnim veseljem predstavljali svoje obrate in svoje delo. Vsi obiskani obrati so tesno povezani s cerkvijo, ker med drugim sodelujejo kot župnijski svetiki oz. se prostovoljno vključujejo v delo fare.
Mizarski strokovnjak Martin Messner je naredil vsa mizarska dela pri obnovi župnišča v Žvabeku in je vedno na razpolago, kadar ga potrebujejo. Ključavničarski mojster Josef Micheu pa ojačil statiko župnišča in izvedel vsa kovinska dela župnišča in farnega hleva. Mesarski mojster Franc Hirm pa s svojo soprogo in župnijski svetnico Štefko skrbi za podružno cerkev sv. Jurija na Gori pri Gornji vasi. Vsi so na poseben način povezani z župnijo Žvabek. Upamo, da bo tudi mladi rod rasel v tej povezanosti do fare, da se bodo mogli tudi v svoji poklicni kvalifikaciji se vnesti v farno delovanje, tako gmotno, kakor tudi duhovno. Ta obisk hoče tudi mlade motivirati v tem, da si bodo poiskali poklic, ki je razveseli in ob katerem tudi duhovno in človeško rastejo. 

Sveti papež Janez Pavel II. je v svoji socialni okrožnici Laborem exercens (O človekovem delu, Rim, 1981) izpostavil človeka, ki dela. Razpravlja o antropološki (človeški) in soteriološki (odrešenjski) funkciji dela: delo prispeva k uresničevanju osebe in njenemu odrešenju. »V nasprotju z enostranskimi trditvami o središčnem pomenu dobička in popolni avtonomiji podjetništva Cerkev opozarja, da je med vsemi zemeljskimi stvarmi le človek oseba ... središče in vrh vsega, kar je na zemlji.«
Ker je človek središče in vrh vsega, je dobro, da se človek tudi uči od človeka. Zahvala vsem podjetnikom fare, ki so radovoljno pokazali svoje obrate in predstavili svojo poklicno pot. Morda se je pri marsikateremu mlademu porodila misel, katero delo bi njega ali njo izpolnjevalo in vodilo naprej. 
 

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