Fronleichnam in Schwabegg • Rešnje telo v Žvabeku

2017 Fronleichnam020

 „Alle Jahre wieder“ oder: jedes Jahr neu und anders? Die Fronleichnamsprozession - ein Prototyp vieler kirchlicher Prozessionen und Fest-„Umgänge“.

Am zweiten Donnerstag nach Pfingsten feiert die römisch-katholische Kirche das Fronleichnamsfest. Am "Hochfest des Leibes und Blutes Christi", wie Fronleichnam auch genannt wird, steht die Eucharistie, d.h. die Gegenwart Jesu Christi im Allerheiligsten Altarssakrament im Mittelpunkt. Die Wurzeln des Fronleichnamsfestes kann man bis ins 13. Jahrhundert zurück verfolgen.

Im Jahre 1277 fand erstmals eine Fronleichnams-Prozession statt. Auch heute noch schreiten die Pfarrangehörigen in einer Prozession durch die Straßen und die Priester zeigen die Hostie in der Monstranz als Zeichen der Gegenwart Jesu Christi in der Welt. An eigens aufgestellten Altären wird eine Statio gehalten und jeweils das Evangelium eines der vier Evangelisten vorgetragen.

Nach der heiligen Messe, zelebriert von unserem Herrn Pfarrvorsteher Mag. Michael Golavčnik, wurden von den anwesenden Feuerwehrleuten die Fahnen, Laternen und der „Himmel“ in die Hand genommen und zum Tragen emporgehoben. Herr Engelbert Hirm kam als neues Mitglied des Pfarrgemeinderates die Ehre zu, mit dem Vortragekreuz die in traditioneller Form wieder wohlgeordnete Prozession anzuführen und den zahlreich Teilnehmenden in der Vielfalt und Buntheit der Trachten, Uniformen und Festgewänder Haltung, Richtung und Orientierung zu geben.

In der Pfarre Schwabegg- Žvabek nahm die Fronleichnamsprozession heuer nämlich einen ganz anderen Verlauf als in den vergangenen Jahren, denn die Straßen waren wegen der Arbeiten für die Kanalisierung fast alle aufgerissen. Dieses Mal wurde der Weg hinaus auf die Felder und Wiesen gewählt. Die Prozession ging zuerst zum Žvegarkreuz, dann weiter zur Hirm-Linde vlg. Raidl, um dann wieder zurück in den Ort zu biegen und bei der Pistotniksiedlung vlg. „Juncity“ und beim Friedhofshäuschen Halt zu machen.

Die erste Station beim Žvegar-Kreuz hat die Familie Srebotnik vlg. Kumer mit viel Liebe vorbereitet und mit Blumen und Birken geschmückt. Erstkommunionkinder in ihren Erstkommunionkleidern streuten vor den einzelnen Segens-Stationen jeweils einen Blumenblütenteppich aus. Die weiteren Stationen haben Herr Dipl. Ing. Gerhard Hirm, Frau Hanni Pistotnik und Herr Herbert Lutnik errichtet. An der letzten Station, dem alten Friedhofshäuschen, hatte ein paar Tage vorher schon der örtliche Tischlerfachmann Martin Messner das Kreuz angebracht, das an die Volksmission aus dem Jahre 1931 erinnert.

Miteinander mit dem Herrgott unter dem getragenen Himmel in der Mitte so unterwegs zu sein, muss keine ständig todernste Veranstaltung sein, im Gegenteil. In einer Fronleichnamsprozession tragen Christinnen und Christen voll Hoffnung und Freude ja mit Jesus Christus Gott selbst in ihre Lebenswelt hinaus und hinein. Das Heilige und das Weltliche sind in einer Fronleichnamsprozession oft miteinander verwoben. Die einzelnen Stationen sind dann wieder Gelegenheit, sich persönlich und miteinander im Hören auf die Frohe Botschaft, in den Fürbitten und im Eucharistischen Segen zu sammeln, denn eine Fronleichnamsprozession bietet auch viele Möglichkeiten zur Zerstreuung und Abschweifung.

Und dazwischen ist Zeit und Weg, um sich im besten Sinne „zu ergehen“. So haben auch in diesem Jahr wieder sehr viele Pfarrangehörige und auch auswärtige Besucher an der Fronleichnamsprozession in Schwabegg- Žvabek teilgenommen.

Dabei gerät die Prozessionsordnung auch in sich bisweilen ins Wanken, einzelne Personen und Gruppen scheinen sich zu verselbständigen und bilden dennoch eine zusammengehende Vielfalt. So auch die diesjährige Fronleichnamsprozession, in der nicht nur fleißig Rosenkranz gebetet wurde, sondern auch gleichzeitig oder am Rande wichtige nachbarliche Einsichten ausgetauscht wurden.

Die Bauern unterhielten sich wohl über den Wachstum der Getreidefelder und die Hausfrauen konnten sich ausgiebig über den vorhandenen Blumenschmuck an den Altären und Häusern austauschen. Manches verschmitzte Lächeln ging über die Lippen, wenn man den Kuddelmuddel in der Prozessionsordnung der Erstkommunionkinder mit dem Ministranten sah, und während bei den Stationen fest gesungen und gebetet wurde, wurde wieder ganz hinten die „Gottesmutter Maria“ angerufen, verbunden mit kritischen Anmerkungen zum Ablauf und Gesang. All dies und noch vieles mehr, gehört zu einer Fronleichnamsprozession am Lande. Wenn das nicht so wäre, dann wäre etwas an diesem Ort nicht in Ordnung.

Der Pfarrvorsteher, Sängerinnen und Sänger sowie der Messner, Herr PGR-Obmann Josef Micheu, sorgten nach jeder einzelnen Station immer wieder für einen gesammelten und gut formierten Verlauf der Prozession. Der erhebende Volksgesang der anwesenden Pfarrmitglieder und das gute Zusammenwirken der einzelnen liturgischen Dienste trugen immer wieder neu zu einem feierlichen und würdevollen Weitergehen der Fronleichnamsprozession bei.

Im Namen des Pfarrgemeinderates möchte ich mich ganz herzlich bei ALLEN, die mitgewirkt haben, bedanken, verbunden mit der Bitte, auch weiterhin in den kommenden Feiern im Laufe des Kirchenjahres im gemeinsamen Gebet und Gesang mitzuwirken und dadurch die pfarrliche Gemeinschaft und Gastfreundlichkeit miteinander und mit den Gästen zu fördern und zu stärken.

Die Erfahrung der diesjährigen Fronleichnamsprozession (wie auch der vorausgegangenen Prozessionen, an denen ich seit meiner Kindheit teilgenommen habe) hat in mir so die Einsicht bestärkt, dass die Fronleichnamsprozession ein Prototyp (Vorbild) vieler kirchlicher Prozessionen und Festumgänge ist.

Einerseits beeindruckt die „geordnete Welt“, die in dieser Prozession sich immer wieder zusammen finden muss. Andererseits ist diese geordnete Welt nicht die ganze Weltordnung, sondern weist über sich hinaus auf den mitgetragenen „Allerheiligsten in der Eucharistie“, wie auch auf die Begegnung mit den Mitgehenden und Teilnehmenden, welche je für sich „ein Zeichen der Weltordnung“ sind.

Ich erinnere mich und gerne auch andere an ein dazu passendes Wort von Martin Buber [1878- 1965]:

„Geordnete Welt ist nicht die Weltordnung. Es gibt Augenblicke des verschwiegenen Grundes, in denen Weltordnung geschaut wird, als Gegenwart.

Da wird im Flug der Ton vernommen, dessen undeutbares Notenbild die geordnete Welt ist. Diese Augenblicke sind unsterblich, diese sind die vergänglichsten: kein Inhalt kann aus ihnen bewahrt werden, aber ihre Kraft geht in die Schöpfung und in die Erkenntnis des Menschen ein, Strahlen ihrer Kraft dringen in die geordnete Welt und schmelzen sie wieder und wieder auf. So die Geschichte des Einzelnen, so die Geschiche“ der Generationen …. (vgl. Martin Buber: Das Dialogische Prinzip. Heidelberg: Lambert Schneider, 4. Aufl., 1979, 34f.)

Praznik Rešnjega telesa v Žvabeku

"Vsako leto isto" ali vsako leto drugače in novo? Telovska procesija kot prototip cerkvenih procesij in slovesnih sprevodov

Četrtek po nedelji Sv. Trojice praznuje rimsko-katoliška cerkev praznik presvetega Rešnjega telesa in krvi ali Telovo. Na ta dan slavi Cerkev spremenitev kruha v Kristusovo Telo, kot jo je Jezus Kristus opravil na veliki četrtek pri sveti večerji s svojimi učenci.

S tem praznikom je tudi povezana procesija z Najsvetejšim, kar tudi imenujemo „pranganje“. V 13. stoletju je sveta Julijana iz Louvaina v Belgiji baje v nekem videnju dobila pobudo za uvedbo tega praznika. Ko je tamkajšni škof zasedel kot Urban IV. papeški prestol, je ta praznik uvedel za vso cerkev.

Značilno za ta praznik je, da Sv. Evharistijo vzdignejo iz tabernaklja in jo v razkošnjem sprevodu poneso na ulice in ceste, med polja in travnike. Tako je tudi bilo v Žvabeku, v četrtek, dne 15. junija 2017, ko so se farani zbrali ob 08:00 uri zjutraj v lepo okrašeni in pred kratkim generalno očiščeni farni cerkvi. Zbralo se je veliko ljudi od blizu in daleč, celo prvoobhajanke so prišle v svojih razkošnih belih oblekah.

Po slovesni sv. maši, ki jo je daroval farni predstojnik mag. Michael Golavčnik, so gasilci prijeli za bandere in svetilke, kakor tudi za nebo, da bi pospremili našega Gospoda, ki je bil v beli hostiji hranjen v bleščeči in z rožami okrašeni monštranci. Novoizvoljeni nadomestni član župnijskega sveta, gospod Engelbert Hirm, je vzel križ in ga nesel pred vsemi, da bi nam varno in zanesljivo kazal pot.

Ob molitvi in v petju vernega ljudstva, med zelenjem, cvetjem in gorečimi svečami, je Gospod v Najsvetejšem oltarnem zakramentu nastopil svojo pot skozi vas. Zaradi del, ko kopljejo za kanalizacijo, smo letos ubrali pot med polja in travnike. Pot je vodila vernike najprej do Žvegarjevega križa, potem do Rajdlnove lipe, nato do Junovega naselka in končno do stare pokopališke vežice. Tam je dan poprej mizarski strokovnjak Martin Messner obesil velik lesen križ, ki spominja na ljudski misijon v daljnem letu 1931.

Telovska procesija je tudi tokrat izstopala v svoji pestrosti oblek in v naravni ličnosti poti. V tej procesiji se tudi zrcali vso življenje v svoji Božji resnosti, kakor tudi v svoji človeški pohotnosti. Kot kristjani in kristjanke nesemo v Najsvetejšem vse naše upanje in naše veselje v ta naš svet. Svetost in posvetnost sta v tej pobožnosti velikokrat močno med sabo povezani. Tako se v posameznih postajah zberemo v molitvi in prepevanju, v poslušanju evangelijev in odgovarjanju priprošenj ter sprejemanju evharističnega blagoslova, kakor tudi v spogledovanju in pomenkovanju med potjo.

Med potjo je tako dosti časa za opazovanja in za pomenek s svojim sosedom v vrsti o tem in onem, red procesije se mora po vsaki postaji vedno spet znova sestaviti, nasmeh na ustnicah, če ministrantje tavajo med vrstami. Že najpomembnejši slovenski pripovednik na avstrijskem Koroškem, Florjan Lipuš, ki je letos obhajal svoj 80. rojsti dan, je to cerkveno spogledovanje in vaško vsevednost opisal v svoji knjigi »Prošnji dan« kot tudi v skoraj vseh svojih knjigah. Tudi tam niso samo molili, temveč se izmenjavali dobrososedska mnenja in opazke. Kjer tega na podeželju ni, potem nekaj ne bi bilo v redu.

Zahvala vsem, ki so pri tem sodelovali, mežnarju in podpredsedniku župnijskega sveta, ministrantom in gasilcem iz Žvabeka, vsem moškim in ženskam, ko so postavili breze ter okrasili oltarje. Tako je Telovska procesija vsako leto izraz naše vere, slavje Evharistije in slovesen katoliški praznik, kjer se opeva božje varstvo in njegova bližina ljudem. Naprošam vse, da bi še naprej se prizadevali za živo in raznovrstno farno življenje, ki se na poseben način kaže v obhajanju praznikov cerkvenega leta, kjer se tudi združuje nebeško in posvetno življenje. Tako je telovska procesija prototip vseh procesij in slovesnih sprevodov, ki so že bile in ki še bodo sledile v teku leta.


2017 Fronleichnam023

 

2017 Fronleichnam038

Martina Urban
Schriftführerin PGR • zapisnikarca
ŽS